Lecithin

Lecithin ist ein 1847 erstmals aus Eigelb (griechisch Lekithos) gewonnenes Gemisch aus neutralen und polaren Lipiden. Die chemisch und ernährungsphysiologisch wichtigste Fraktion der polaren Lipide ist die Gruppe der Phospholipide. Bekanntester Vertreter der Phospholipide ist das Phosphatidylcholin, das als wichtiger Zellmembranbestandteil essentiell für jede Lebensform ist.

Zellmembranen sind die nur für bestimmte Stoffe durchlässigen hauchdünnen Barrieren, die den Stoffein- und austritt im Stoffwechselprozess einer Zelle regeln. Ein Gewebetypus mit einer hohen Stoffwechselleistung weist in der Regel auch einen hohen Gehalt an Phosphatidylcholin auf. Im menschlichen Körper ist Phosphatidylcholin besonders stark im Gehirn angereichert.

Polare Lipide besitzen einen wasserliebenden (hydrophilen) und einen fettliebenden (lipophilen) Teil. Sie können eine Verbindung zwischen einer wässrigen und einer fetten Phase herstellen. Dadurch sind sie grenzflächenaktiv und besitzen den Charakter von Tensiden. Im Wasser lösen sie sich unter Ausbildung einer Art zweischichtigen Biomembran, bei der die hydrophilen Teile nach außen und die lipophilen Teile nach innen zeigen. Werden diese Membranen sehr stark zerkleinert, bilden sie nach einem Ringschluss kugelförmige Gebilde. Diese Liposome genannten kugelförmigen Aggregate können abhängig von ihrer Anordnung mit hydrophilen und lipophilen Substanzen beladen werden.

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